Wo: Graz/Österreich
Wann: September 2019

Hin und wieder dauert es Jahre, bis sich meine Wünsche erfüllen. Aber sie erfüllen sich. Als ich meinem Mann 2013 einen großen Wandkalender zum Thema „Brücken“ schenkte, war ich gleich im Januar fasziniert von der Grazer Murinsel, einer Plattform mit Brückenstegen über den Fluss Mur. Sie sieht aus wie eine Neon-Badewanne oder wie ein blau leuchtendes, halbes Ei oder wie ein schwimmendes Ufo aus Glas. Spannend. Man kann es gar nicht richtig greifen. Also wollte ich mir die Murinsel unbedingt live anschauen. Sechseinhalb Jahre später hat es endlich geklappt: Wir fuhren nach Graz und entdeckten, dass die Murinsel nicht das einzige originelle Bauwerk der Stadt ist.

Das Kunsthaus gilt mittlerweile als architektonisches Wahrzeichen von Graz und erinnerte mich an ein Körperorgan. Manche sehen in ihm auch einen Wal oder nennen es „Friendly Alien“, so wie es einer seiner beiden Architekten bezeichnete. Egal, ob aus der Nähe oder von Weitem, es hebt sich durch seine runden Formen stark von der Umgebung ab und macht neugierig.

Kunsthaus Graz

Sowohl die Murinsel als auch das Kunsthaus sind zum Kulturhauptstadtjahr Graz 2003 entstanden. Wesentlich älter sind die Gebäude am Hauptplatz. Ihre wunderschönen Fassaden lassen staunen und machen Lust darauf, noch viel mehr von Graz zu erkunden.

Graz Hauptplatz

Ach ja, es gab noch einen aktuellen Gastro-Wunsch für Graz. Nicht geweckt durch einen Kalender, sondern durch Tim Mälzers TV-Sendung „Kitchen Impossible“. Ich wollte zur
Genießerei am Markt, einem sympathischen Lokal am Kaiser-Josef-Platz, um dort mindestens einen Kaffee zu trinken. Leider hatte es wegen Betriebsurlaub geschlossen. Diese Wunscherfüllung muss also warten. Hoffentlich nicht wieder sechseinhalb Jahre.

Text: Petra Nickisch-Kohnke, September 2019
Fotos: Boris Kohnke

Genussvolles Graz

Das Kunsthaus ist nicht nur speziell und schön anzusehen, im Kunsthauscafé kann man auch wunderbar mit French Toast oder Bagels frühstücken. Etwas traditioneller geht es im Glöckl Bräu zu. Schweinsbraten oder Kasspatz’n ? Und als Begleitung natürlich ein Bier. Kaum mehr verlassen wollten wir die L’Osteria am Mehlplatz. Sie gefällt von innen wie von außen. Ihre riesige Pizza ist ein Gedicht.