Wo: Heidelberg – Deutschland
Wann: Juli 2018

Bei Berg und Tour in einem Satz denke ich sofort an steil abfallende Felswände, Rucksack, stabile Wanderschuhe und Gipfel mit mindestens 3.000 Meter Höhe. Das geht bestimmt nicht nur mir so. Aber eine Tour lohnt sich auch zu kleineren Erhebungen. Die hat garantiert kein Extrembergsteiger auf seiner Bucket-List und trotzdem man sie locker in einen Nachmittag quetschen kann, gibt es auch hier einiges zu entdecken.

K2, Zugspitze und Killimanjaro kennt jeder, aber kennt ihr auch den Katzenbuckel, den Königsstuhl, den Schauinsland und den hohen Meissner?

Den sicherlich geringsten Schwierigkeitsgrad kann der Königsstuhl in Heidelberg für sich verbuchen. Wer den 568 Meter hohen Berg erkunden möchte, ohne sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad abzumühen, kann bequem mit dem Auto vorfahren oder sich direkt aus der Heidelberger Altstadt mit der Bergbahn vorfahren lassen.

heidelberger Altstadt

Oben angekommen habt ihr vom Aussichtsplatz einen grandiosen Blick über das Neckartal mit Heidelberg und die gesamte Rheinebene. Bei guter Sicht könnt ihr von hier sogar über die Grenze, bis ins Elsass gucken.

Rheinebene

Direkt unterhalb des Aussichtsplatzes starten bei passender Windrichtung, in einer 400 Meter langen Schneise, die Kurpfälzer Gleitschirmflieger Heidelberg, zu einer noch spektakuläreren Aussicht über die Universitätsstadt.

Heidelberger Gleitschirmflieger

Einmal oben angekommen, solltet ihr nicht gleich wieder talwärts starten. Direkt an die Startschneise der Gleitschirme grenzt das Gelände der Falknerei, hier finden von April bis Oktober täglich mindestens einmal um 11:30 Uhr Flugvorführungen mit den stolzen Greifvögeln statt.

Wer mit kleineren Kindern unterwegs ist muss ganz sicher einen längeren Abstecher ins Märchenparadies machen und sich Rumpelstilzchen, Schneewittchen und ihre sieben Zwerge aus der Nähe anzusehen. Wer dann den Nachwuchs noch für eine kleine Wanderung begeistern kann, sollte sich Walderlebnispfad nicht entgehen lassen auf knapp 2 Kilometern gibt es hier für alle Sinne etwas zu entdecken. Wer die Kinder zuhause gelassen hat kann mit dem Via Naturae den etwas längeren Rundweg (8 Kilometer bzw. mit Abkürzung 3,5 Kilometer) erwandern.

Falls Ihr mit der Heidelberger Bergbahn auf den Königsstuhl gefahren seid und noch etwas Zeit bis zur nächste Gondel ins Tal überbrücken müsst, schaut euch die kleine Ausstellung zum Heidelberger Nahverkehr der Bergbahn und vor allen Dingen den beeindruckenden Maschinenraum der Bergstation an, die Teil der Bergstation ist.

Text und Fotos: Boris Kohnke, Juli 2018

Peppino

Wer wieder sicher in der Altstadt von Heidelberg angekommen ist sollte sich auf jeden Fall für die Berg-Tour belohnen. Eine der besten Adressen dafür ist die Hauptstraße 146, die gar nicht so weit weg von der Talstation der Bergbahn ist. Dort findet Ihr Peppino, eine für die touristische Ausrichtung von Heidelberg eher unübliche kleine italienische Bäckerei. Im Sommer kommt sicherlich keiner an den Eisspezialitäten (unbedingt eine der quietschbunten Wassereis-Sorten probieren) vorbei. Der absolute Kracher sind aber die liebevoll dekorierten kleinen Gebäckteilchen (Achtung: Können süchtig machen). Wer entspannter als der Durchschnitts-Touri ist und freundlich „Bitte“ und „Danke“, hat gute Chancen den Espresso aufs Haus zu bekommen.